Unser tägliches Leben hier in Los Angeles ist ein ganz ähnliches wie in Deutschland. Es fängt immer damit an, dass Frauke in Flötentönen trällert: „Kindermäuse-Aufstehzeit!“ und die Kinderteufelchen antworten: „Nöö- jetzt noch nicht - es ist zu kalt, es ist zu hell, wir wollen nicht in den Kindergarten, wir wollen schlaaaafen!“ Dann werden sie angezogen, wobei die Betonung auf „gezogen“ liegt und hier heißt es dann nicht schnell-schnell, sondern rápido-rápido!!! Sie sollen noch schnell ihre leche trinken und dann ab in den jardín!!! Martin und Frauke sind jetzt noch im Spanisch-Kurs von 9-13 Uhr, seit heute ist die erste Stufe der Eingewöhnung im Kindergarten nämlich so weit, dass Frauke auch zum Kurs kann. Mittags essen Wir „humitas“ oder „pasteles de choclo“, das sind Maismatschkuchen - entweder in Maisblättern gekocht oder in Aluschalen mit Hackfleisch, Hühnchen, Zwiebeln und Ei... - in 6,5 Monaten machen wir Euch so was dann auch mal...! In den chilenischen Küchen wuseln überall Ameisen herum, das scheint selbstverständlich zu sein, wir haben uns mit unseren kleinen „hormigas“ schon angefreundet. Der Weg zum Kindergarten führt uns über zwei kleine Brücken, die eine wird gerade repariert, sie ist aus dicken Baumstämmen gemacht, die sind inzwischen durch gerottet und von dem kleinen Steg, der darüber führt können wir die Fortschritte gut beobachten.
Entgegen unserer Erwartungen ist Los Angeles doch recht grün, wie die Bäume es hier schaffen ist uns letzten Donnerstag sintflutartig klargeworden es regnete den gesamten Tag. Viele kleine Flüsse entstanden auf den Straßen und Wegen und wir mussten viel hüpfen, was trotzdem nicht verhinderte, dass Fraukes Turnschuhe bis auf den letzten Millimeter durchtränkt waren...
Da gab es diesen Graben, der eher ein Tümpel war: Ein Klo lag darin und wir begrüßten es jeden Morgen auf dem Weg in den Kindergarten mit: “Ich hab‘s zuerst gesehen, ich hab‘s als zweiter gesehen, ich hab‘s als dritter gesehen!”- nach dem Regen war das Klo verschwunden unter viel Wasser und einigem angespültem Gestrüpp. Schade.
Nun, die Pflanzen werden das Wasser mit mehr Freude aufgenommen haben...
Im Garten unserer Mitstudenten, die Ronja die „Mitfliegenden“ nennt, wachsen Pflaumen und Zitronen an den Bäumen, was die Kinder sehr beeindruckt. Die haben auch einen tollen Pool, der aber recht kalt ist, zum Rosenblätter schwimmen lassen eignet er sich jedoch wunderbar!
So! Beim nächsten mal werde ich etwas über Mülleimer, Autoreifen und den Kindergarten schreiben.
F.