Ja, ein Ereignis gibt es noch, von dem ich Euch heute berichten möchte (Ich hoffe hier ist noch keiner ob des Überflusses an Neuigkeiten verdrossen): Mein erstes selbsterlebtes „Erdbeben“.
Jetzt erschreckt bitte nicht gleich alle, im spanischen könnte ich es präziser ausdrücken, denn hier gibt es mehrere Worte für Erdbeben. „Terramoto“ bezeichnet z.B. ein ziemlich heftiges Beben, während „seismo“ eher für eine kleine Erschütterung steht. Und dann existieren noch eine Handvoll Worte, wie zum Beispiel „templor“, die die Zwischenwerte beschreiben, wie. Es handelte sich am letzten Wochenende nun jedenfalls um ein solches „seismo“. Hierbei rennt noch kein Chilene auf die Straße. Man sitzt einfach da und genießt es. Und gefährlich ist es auch nicht im geringsten, es sind keine Fälle von durch Seismos verursachten ernsthaften Verletzungen bekannt.
Es fing alles damit an, dass mein Jefe das ganze Büro samt Familien zum Abendessen eingeladen hatte. Wir saßen - pardon, Ronja und Jona lagen im Bett der Tochter meines Jefes und haben das Ereignis verschlafen - also, Frauke und ich saßen mit meinen Kollegen zusammen am Esstisch meines Jefes und haben uns vorzüglich unterhalten. Die Frau eines meiner Kollegen war gerade auf Toilette gegangen. Ich, schon etwas angetrunken, wunderte mich, warum sie kurz vor ihrer Rückkehr die Tür des Bades so heftig zuschlug - irgendwie hatte ich das Gefühl, als hätte der Boden gewackelt... Hatte er auch!
Frauke hingegen dachte zunächst ernsthaft, dass im Vorgarten eine Herde Elefanten vorbeiliefe. Und das, wo hier in Südamerika die größten einheimischen Tiere die Lamas sind. Elefanten? - Nee, es müssen ein paar Jugendliche im Treppenhaus gewesen sein überlegte sie dann noch.
Nun ja, wir hatten beide unrecht. Meine Kollegen klärten uns dann auf, dass es sich um ein Seismo handelte. Wir sind halt noch keine Seismos gewöhnt. Beim nächsten Mal können wir es dann bewusster genießen ;-)
M.