Manchmal fühlen wir uns hier in Los Angeles auch ein wenig wie Außerirdische!
Die Kinder werden natürlich mit allen „Que linda/hermosa/bonita´s“ bedacht, die nur möglich sind! Daran hat Ronja sich schon gewöhnt und darauf eingestellt, sie fragt jetzt nicht mehr nach: Mama, ziehst du mir heute die Schuhe an, weil ich so nett bin? Sie fragt: „...weil ich so schön bin?“
Auf dem Spielplatz wurden sie neulich umringt von einer Horde Schulmädchen, die sie mit ihren Handy-Kameras fotografieren wollten, Ronja hat gegrinst und posiert, während Jona sich hinter seinen Händen vergrub und verzweifelt: „Mama!“ rief - so viele Mädels waren ihm dann doch nicht geheuer...
Wir werden alle mit einem verzerrten Selbstbild wieder zurückkehren: Keiner versteht uns richtig, aber immerhin sind wir schön!!! Wenn in Deutschland uns niemand mehr hinterher pfeift und unsere Geheimsprache nicht mehr deutsch ist wird das eine schwere Umstellung werden...
Beim Mittagessen mit dem Bürgermeister plauderte Martin etwas über die schwierige Situation, die sich den Touristen mit den nicht existenten Fahrplänen für Busse ergibt, Frauke ein wenig über kulturelle Veranstaltungen und Möglichkeiten der Stadt, jeder von uns Studenten eben so über dies und das, während wir uns mit kulinarischen Sünden dieses Landes auffüllten und einer Folklore-Darbietung lauschten...
In der Zeitung waren wir nun schon zum x-ten Mal... - wir erwarten in Hamburg also einen Presseauflauf!
Martin lief neulich mit seinem Chef durch die Stadt, der dann zu ihm meinte: „Du bist hier schon berühmt! Viel bekannter als ich - Der eine Typ meinte eben: guck mal ein Gringo!, worauf der andere eifrig antwortete: nee, das ist kein Gringo, das ist ein deutscher Student, das weiß ich aus der Zeitung!!!“
F.